• Mi. Dez 1st, 2021

Nach 20 Monaten: Airlines setzen auf US-Comeback

VonMeggie Schneider

Nov 4, 2021

Ab der kommenden Woche ist es für geimpfte EU-Bürger wieder möglich, in die USA zu fliegen. Für Flughäfen und Airlines hängt vieles an diesem wichtigen Markt.

Frankfurt/New York – Wenn an diesem Montag (8. November) das coronabedingte US-Einreiseverbot für Europäer aufgehoben wird, schlägt auch die Stunde der Wahrheit für den europäischen Luftverkehr. Mit der nach 20 Monaten wieder erlaubten Einreise für vollständig geimpfte und zusätzlich getestete EU-Passagiere soll die seit März 2020 andauernde Corona-Flaute enden. Die Airlines berichten von starken Vorausbuchungen und hoffen auf einen enormen Nachholbedarf bei Geschäftsreisenden wie auch bei Privatleuten. In den USA bereiten sich Flughäfen und Tourismuswirtschaft auf die Rückkehr der europäischen Gäste vor.

Die Bedeutung des Nordatlantik-Marktes ist für die Lufthansa und die anderen europäischen Netz-Carrier Air France-KLM und British Airways kaum zu überschätzen. Die großen Drei haben sich in der Vergangenheit den Markt zu einem sehr großen Teil gemeinsam mit ihren jeweiligen Joint-Venture-Partnern aus den USA aufgeteilt. Lufthansa beispielsweise kooperiert mit United und Air Canada und macht in normalen Zeiten rund die Hälfte ihres Langstreckengeschäfts über dem Atlantik. Weder staatlich subventionierte Golf-Airlines noch allzu viele Billigflieger störten dabei die lukrativen Kreise. Zuletzt scheiterte das Langstrecken-Geschäftsmodell der Norwegian.

Lufthansa hatte ihre US-Flüge im ersten Corona-Schock nur kurzfristig unterbrochen. US-Bürger, Diplomaten, Türken, Araber und Menschen anderer Nationen fielen nicht (mehr) unter den noch von Donald Trump verkündeten Einreise-Bann, zusätzlich sorgte die teure Fracht für Deckungsbeiträge. Wenn nun die EU-Bürger hinzukommen, schnellen die Buchungen auf gut 80 Prozent des Vorkrisen-Niveaus, so die Lufthansa.